Contrapunkt. Zur Startseite
  BR-Klassik  Goethe-Forum Scahuspielhaus Salzburg
 neue musikzeitung

 

Contrapunkt-Details:
   Audio-Archiv 2002
   Audio-Archiv 2003
   Audio-Archiv 2004-11

Moderation:
   Theo Geißler
   Eva Schrot

Redaktion:
    Wolf Loeckle
    Meret Forster

Recherche und Regie:
   Werner Bleisteiner

Veranstaltungsorte:
   Goethe-Forum, München
   Schauspielhaus Salzburg

Empfang:
   BR-Klassik (UKW, ADR)

In Kooperation mit: 
   Goethe-Forum München,
   neue musikzeitung Regensburg,
   Schauspielhaus Salzburg

Webbetreuung:
    Martin Hufner
    ConBrio Verlagsgesellschaft

 

++ contrapunkt ++ westöstlicher dialog

Jahrgang 2004 und 2006. Alle Sendungen des Jahres 2004.

 

# 19 Litauen - Land der Mitte?

# 20 Keine Ahnung von Albanien

# 21 Slowakei – Wie slowakisch ist die Slowakei

# 22 Tschechien – Prager Brückenschläge

# 23 Rumänien – Vergessen am Rande Europas?

# 24 Polen – Warschauer Herbst im polnischen Frühling?

# 25 Türkei – Zu deutsch, um richtig türkisch zu sein?

# 26 Ungarn – Insel der (Un)Glückseligen

# 27 Bulgarien - Europas wilder weiter Südosten

# 28 Götterfunken -Neue Musik für Europa

# 29 Musikwelten aus Palästina

# 30 Aserbaidschan – ein „Land des Feuers“

# 31 Algerien – Zwischen Orient und Okzident

# 32 Italien – Seifenopern statt engagierter Kultur?

# 33 Finnland – Waldgeister im Hightechland

# 34 Vietnam - Zwischen Marx und Money

 

Archiv

Litauen - Land der Mitte?

Die komplette Sendung als Real-Audio hörenDonnerstag, 15.04.04, 20.05 bis 21.30 Uhr
Goethe-Forum, München

Geographisch betrachtet, liegt Litauen im Zentrum Europas - in der Mitte zwischen Ural und Bretagne, zwischen Gibraltar und Nordkap. Anders als die zwei anderen baltischen Staaten bewahrte sich Litauen lange die politische Selbständigkeit. In enger Liaison mit Polen bildete das Land an der Memel einst gar ein mächtiges Reich. Die Hauptstadt Vilnius galt als kulturelles Zentrum und wurde lange das „Jerusalem des Ostens“ genannt.

Die Litauer sind sich dieser Traditionen bewußt und im Sich-Bewahren erprobt. „Aus der Vergangenheit laß' deine Kinder Kraft gewinnen“, heißt es deshalb nicht zu Unrecht in der litauischen Hymne. Und bezeichnenderweise wurde die staatliche Souveränität 1991 in einer „singenden“ Revolution wiedererlangt. Wenn Litauen gemeinsam mit seinen baltischen Nachbarn am 1. Mai der Europäischen Union beitritt, steht es vor Herausforderungen ganz neuer Art. Auch die Gründungsmythen und die Geschichte des Landes werden auf neue Weise zu befragen sein. Das machen bereits heute vor allem junge und unetablierte Künstler.

Gäste: Marius Ivaskevicius (Theaterautor), Giedrius Puskunigis (Komponist), Ruth Kibelka-Leiserowitz (Historikerin), Birgit Johannsmeier (Journalistin)

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

Am Klavier: Arturas Valudskis

Zur Sendung mit Real-Audio-Dateien

Albanien

Die komplette Sendung als Real-Audio hörenDonnerstag, 17.06.04, 20.05 bis 21.30 Uhr
Schauspielhaus Salzburg

„Laßt Albanien nicht Selbstmord verüben!“ – überschrieb der in Paris lebende albanische Schriftsteller Ismail Kadaré 1997 einen in der fanzösischen Tageszeitung „Le Monde“ erschienenen Aufruf an die Weltgemeinschaft. In der Tat: Das kleine Balkanland – es ist gerade einmal so groß wie Baden-Württemberg – hat seit dem Zusammenbruch des Ostblocks 1990 kaum Fortschritte gemacht. Eher im Gegenteil. Kadarés Aufruf, sein Geburtsland nicht im Chaos versinken zu lassen, ist aktueller denn je: Albanien ist gelähmt zwischen Anarchie, Korruption und Kriminalität und hat längst den zweifelhaften Ruf, das „Armenhaus“ Europas zu sein. Dennoch soll Albanien dereinst Mitglied der Europäischen Union werden. Doch wann das sein wird, weiß niemand. Erstaunlich für ein Land, das vor 15 Jahren noch zu den am strengsten isolierten Ländern der Welt gehörte und das sich sogar gegenüber seinen „Bruderstaaten“ Sowjetunion und China fast komplett abgeschottet hatte.

Doch solange der gesamte Balkan nicht zur Ruhe kommt, stehen auch Albaniens Chancen für eine nachhaltige Entwicklung eher schlecht. Und so verwundert es auch nicht, dass Albanien von unserer Warte aus betrachtet auch kulturell als weißer Fleck erscheint. Doch eines hat das Ende des sozialistischen Regimes auf jeden Fall gebracht: Eine Wiederbelebung der Kulturszene. Mit spärlichen Mitteln sucht die Hauptstadt Tirana beispielsweise mit dem alljährlichen Festival „Tiraner Herbst“ Anschluss an die internationale Musikszene.

Gäste: Fatos Lubonja, Schriftsteller, Sokol Shupo, Initiator des Tiraner Musikfestivals, Beqe Cufaj, Journalist, Susanne Glass, Journalistin

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

Musik: Ardian Lahi (Violine), Orges Toce (Gitarre),
Xheku (Schlagzeug)

Zur Sendung mit Real-Audio-Dateien

Wie „slowakisch“ ist die Slowakei?

Die komplette Sendung als Real-Audio hörenDonnerstag, 28. Oktober 04, 19.00 - 22.00 Uhr
Goethe-Forum

Lange war sie für uns etwas Normales - die Staatenunion der TschechoSlowakei. Das Nachbarland, dessen Geschichte einst mit der unseren über Jahrhunderte eng verwoben war; ein Gebiet, das einst zur Donau-Monarchie gehörte; das zunächst mit seiner Unabhängigkeit nach 1918 nie so recht glücklich und dann 1945 kommunistisch wurde - weil es keine andere Wahl hatte; dessen Regime 1989 genauso schnell zerfiel, wie in allen anderen Ostblockstaaten; das sich 1993 schließlich überraschend aufspaltete: in Tschechien und die Slowakei …

Seit einem halben Jahr nun ist die kleine Slowakei Mitglied in der EU. Wir reiben uns verwundert die Augen: Das einst so unscheinbare Land erscheint uns als “Europas Wirtschaftswunderland Nummer 1³: Niedrige Steuern, niedrige Löhne, hohe Produktivität – ein wahrhaftes Dorado für Investition und Profit. Doch ist das wirklich alles? Welcher kulturelle Hintergrund und welche Geschichte haben die Slowakei zu diesem neuen europäischen Musterland gemacht? Und: wie „slowakisch“ ist eigentlich die Slowakei?

Gäste: Mit der slowakischen Publizistin Jana Cvikova, dem Komponisten Prof. Vladimir Bokes, dem ARD-Korrespondenten Georg Schmolz und dem Vizepräsidenten der Europäischen Investmentbank Wolfgang Roth.

Musik: Cifra (Ivan Kysucký, Jan Popáleny, Igor Scpanek, Rudolf Cikatricis und Jozef Vido.

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

Zur Sendung mit Real-Audio-Dateien

Tschechien – Prager Brückenschläge

Die komplette Sendung als Real-Audio hörenDonnerstag, 24. März, 19.00 - 22.00 Uhr
Goethe-Forum, München

Hinter dem Bayerischen Wald war einst der Eiserne Vorhang. Jetzt sind seit 15 Jahren die Grenzen nicht nur offen, sondern fast ganz verschwunden. Hüben und Drüben putzt man sich heraus, um gegenseitig den Beitritt Tschechiens in die Europäische Union in bare Münze zu verwandeln. Doch nach wie vor gibt es auch Ängste - nicht bloß wirtschaftlicher Natur. Auch kulturell haben 50 Jahre Kommunismus die Mauern in den Köpfen zementiert. Zwar wurde Prag einst die erste deutsche Universität gegründet und die Moldaumetropole war über Jahrhunderte ein multikultureller Schmelztiegel mit ganz besonderem Flair. Doch Tschechien ist eben nicht nur Prag. Auch das Hinterland hat seinen Reiz und kulturgeschichtlich stets eine nicht minder wichtige Rolle gespielt.

Gäste: Michael Frank, Milan Slavicky, Tomas Kafka

Musik: Ensemble MoEns aus Prag (Internet) – David Danel - violin, Kamil Dolezal - clarinet, Hanus Barton - piano, Milada Strasilova - violoncello

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

Zur Sendung mit Real-Audio-Dateien

Rumänien – Vergessen am Rande Europas?

Die komplette Sendung als Real-Audio hören9. Juni 2005, 19.00 - 22.00 Uhr
Schauspielhaus Salzburg, Saal

Glück gehabt! Am 21. Dezember 2004 legte der neue Staatspräsident Traian Bosescu seinen Eid vor dem rumänischen Parlament ab. Kein Ex-Kommunist. Das Volk atmet auf. Der Größen- und Autarkiewahn der Ceausescu-Diktatur hat im Land Elend und Verwahrlosung hinterlassen. Noch sind die Wunden des Terror-Regimes nicht verheilt, noch kämpft Rumänien um seine demokratische Wiedergeburt. Armut und Korruption sind auf der Tagesordnung, der Weg zum Rechtsstaat ist steinig. Inmitten einer wuchernden Wirtschaftskriminalität, inmitten von Bestechungs- und Betrugsaffären, von Steuerhinterziehung und Schmuggel arbeitet Rumänien daran, den Komplex des „Zweite-Klasse-Landes“ abzulegen und sich im europäischen Kontext wieder neu zu positionieren: „Liberty-Parade“ am Schwarzen Meer ist die eine Seite. Auf der anderen suchen Künstler und Denker die rumänische Problematik in ihrer ganzen Komplexität zu ergründen und damit wahre Brücken nach Europa zu bauen. 2007 soll Rumänien Mitglied der Europäische Union werden. „contrapunkt“ macht sich auf Spurensuche.

Gäste: Ina Tartler, Dramaturgin; Caius Dobrescu, Autor; Dan Dediu, Komponist; Richard Wagner, Autor und Journalist.

Musik: Live-Musik mit Dan Dediu, Valentina Dediu-Sandu und Ion Bogdan Stefanescu

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

9.6.2005, 20:05-21:30
live aus dem Schauspielhaus Salzburg, Saal und auf Bayern4Klassik

Zur Sendung mit Real-Audio-Dateien

Polen –
Warschauer Herbst im polnischen Frühling?

Die komplette Sendung als Real-Audio hörenDonnerstag, 27. Oktober, 19.00 - 22.00 Uhr
Goethe-Forum, München

Eigentlich begann der Zerfall des Ostblocks vor genau 25 Jahren, im Sommer 1980, mit dem Streik der Danziger Werftarbeiter und der Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc. Immerhin: Dessen Galionsfigur Lech Walesa folgte 10 Jahre später seinem einstigen Widersacher Jaruzelski als Präsident Polens. Wer mag sich damals die weitere Entwicklung vorgestellt haben? Das heute frischgebackene EU-Mitgliedsland Polen jedenfalls erhielt von seinen Partnern im wirtschaftlichen Geiste recht rasch das Prädikat „überraschend stabil". Zum Dank dafür wandte sich die Regierung in Warschau prompt und brüsk vom alten Europa ab und den Nordamerikanern zu. Die alte Hegemonialmacht Sowjetunion und ihre jetzigen Nachfolge-Staaten lösen inzwischen aggressivere Ablehnung aus als das einstige deutsche Feindesland. Wo sortiert sich der Jahrhunderte lang zwischen Ost und West geschundene polnische Kulturraum ein in den bröckelnden Prozess europäischer Gemeinsamkeiten? Wohin orientiert es sich tatsächlich – auch in Kunst und Kultur? Und, hat polnische Authentizität heute überhaupt noch eine Chance?

Gäste: Dagmara Sosnowska, Dr. Stephan Wackwitz, Anderzej Chlopecki, Piotr Buras

Musik: Motion Trio (Janusz Wojtarowicz, Pawel Baranek, Marcin Galazyn)

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

27.10.2005, 20:05-21:30
live aus dem Goethe-Forum Münchenund auf Bayern4Klassik

Zur Sendung mit Real-Audio-Dateien

Türkei – Zu deutsch, um richtig türkisch zu sein?

27. April 2006, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Die komplette Sendung als Real-Audio hörenDönerbuden, Billigdiscounter, unansprechbare Frauen mit Kopftuch, laute orientalische Popmusik und bei flüchtigem Blickkontakt die Frage „was guckst Du“ … – Reduzieren wir unsere türkischen Mitbürger nur auf Klischees? Glauben wir uns kulturell besser gestellt? Ahnen wir, dass auch sie uns mit Stereotypen versehen – auf Hans und Helga zum Beispiel, die höchst langweilig sind? Was wissen wir voneinander, die wir in einer Stadt (einem Land) in verschiedenen Welten zu leben scheinen?

Der türkische Mittelstand in Deutschland ist ein Wirtschaftsfaktor geworden – aber repräsentiert er auch die moderne Türkei, die EU-Vollmitglied werden will? Welchen Preis zahlen türkische Bürgerinnen und Bürger für ihr Leben in Mitteleuropa? Wohin entwickelt sch – im Spagat zwischen Tradition und Mediengesellschaft – vor allem die heute junge Generation?

Theo Geissler und Frank Kämpfer bauen im Gespräch mit Vertretern der türkischen „Gemeinde“ Münchens Brücken der Verständigung; Pianistin Aylin Aykan präsentiert am Klavier eine Türkei, die kaum jemand kennt.

Gäste: Jürgen Gottschlich, Aylin Aykan, Sedef Özakin

Musik: Aylin Aykan

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

27.4.2006, 20:05-21:30
live aus dem Goethe-Forum München und auf Bayern4Klassik

Zur Sendung mit Real-Audio-Dateien

Ungarn – Insel der (Un)Glückseligen

12. Oktober 2006, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Partner: Bayern 4 Klassik, neue musikzeitung, Schauspielhaus Salzburg
In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Budapest und dem Ungarischen-Institut, München

„Uns, die lang das Unglück schlug, schenke wieder Freuden. Denn wir büßten hart genug, Schuld für alle Zeiten…." Schon die ersten Zeilen des 1823 von Dichter Ferenc Kölcsey verfassten Himnusz klingen weitaus weniger nationalistisch als in anderen Nationalhymnen Die Zeilen drücken aus, wie sich das Volk Magyaren damals fühlte: Seit Jahrhunderten zermahlen zwischen Großmächten – den Türken auf der einen, den Habsburgern auf der anderen Seite.

Doch im 20 Jahrhundert spielte diese sprachliche und kulturelle „Insel" in Europa dann immer wieder Schlüsselrollen: Der Aufstand von 1956 war ein erster Versuch, den Stalinismus demokratisch zu überwinden; der spätere „Gulasch-Kommunismus" eine pragmatische wirtschaftliche Annäherung an Westeuropa, und das Durchschneiden des Grenzzauns zwischen Österreich und Ungarn am 27. Juni 1989 nicht bloß der Anfang vom Ende des Ostblocks, sondern zugleich der Aufbruch in die Europäische Gemeinschaft.

Unser Themenabend fragt nach Befindlichkeiten gestern und heute, nach Visionen für morgen – nach den Konditionen, unter denen das Alltägliche zu leisten ist.

Es diskutieren:
Máté Mesterházi, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bibliothek der Liszt-Ferenc-Musikuniversität, Budapest; Krisztián Ungváry, Historiker und Dora Maurer, Professorin an der Universität für Bildende Kunst, Budapest.

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

Sendung hier nachhören mit Real-Audio-Dateien

Bulgarien - Europas wilder weiter Südosten

26. April 2007, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Ein Themenabend im Goethe-Forum mit Film (19.00 Uhr), Musik, Kulinarik & Diskussion – und live auf Bayern4Klassik (21.30– 22.30 Uhr)

Partner: Bayern 4 Klassik, neue musikzeitung, Schauspielhaus Salzburg In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Sofia und dem Generalkonsulat der Republik Bulgarien in München.

Einst hatte Bulgarien die „Riviera des Ostblocks" sein eigen: Am „Goldstrand" von Varna urlaubten Kolonnen sozialistischer Arbeiter und durften Schwarzmeerluft schnuppern. Für Westeuropäer ist der Ort heute ein touristischer Geheimtipp. Wird er bald von Schnäppchen-Pauschalreisenden überrannt, weil dort alles noch so preiswert aussieht? Weil sich das kulturelle Erbe hier als besonders archaisch darstellt? Weil den Fremden hier noch wirkliche Abenteuer erwarten?

Seit Anfang 2007 ist Bulgarien Mitglied der Europäischen Union – und plötzlich ein politischer Faktor in einer neu sortierten Region. Der Betritt forderte dem keineswegs üppig blühenden Land politische und wirtschaftliche Höchstleistungen ab – aus mitteleuropäischer Sicht nahm Sofia die Hürde mit einiger Not. Für die knapp acht Millionen Bulgaren bedeutet dies, einen Umgestaltungsprozeß zu durchleben, der einen schroffen Sprung in digitale neoliberalistische Welten bedeutet und bisherige Sinn- und Wertegefüge außer Kraft setzt.

Es diskutieren:
Mirela Ivanova, Lyrikerin/Autorin; Zdravka Andreeva, Journalistin beim Bulgarian National Radio und Georgi Kapriev, Philosoph.

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

Sendung hier nachhören mit Real-Audio-Dateien

„Götterfunken – Neue Musik für Europa“

21. Juni 2007, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Ein Themenabend im Goethe-Forum mit Film (19.00 Uhr), Musik, Kulinarik & Diskussion – und live auf Bayern4Klassik (21.30– 22.30 Uhr)

Partner: Bayern 4 Klassik, neue musikzeitung, Schauspielhaus Salzburg. In Zusammenarbeit mit den Goethe-Instituten in Lissabon und Ljubljana

Die Europäische Ensembleakademie des Deutschen Musikrats 2007 steht ganz im Zeichen von Deutschlands EU-Ratspräsidentschaft und des europäischen Gedanken – 50 Jahre nach Unterzeichung der Römischen Verträge. Rund 60 Nachwuchsmusikerinnen und Musiker trafen sich im Frühjahr zu einer Arbeitsphase auf Schluss Eichholz bei Bonn und nahmen das Motto „Grenzüberschreitungen“ geographisch wie musikalisch wörtlich: Von Portugal über Slowenien nach Deutschland; von Klassischer Moderne über Avantgarde bis hin zu HipHop. So entstanden neue Ensembles für Musik aller Genres, die ihr Repertoire anschließend europaweit dem Publikum präsentieren.

Für „contrapunkt: Götterfunken – Neue Musik für Europa“ macht die Europäische Ensembleakademie Station in München bei einem Themenabend im Goethe Forum sowie live auf Bayern 4 Klassik.

Die Moderatoren Theo Geißler und Frank Kämpfer stellen die jungen Musiker vor, beleuchten die kulturellen Hintergründe ihrer Herkunftsländer und diskutieren mit Europakennern darüber, wie grenzenlos Europas Kultur wirklich ist.

Es diskutieren:
U.a. die Komponisten: Nana Forte, Slowenien; Johannes Motschmann, Hamburg; Luís Antunes Pena, Lissabon und Ronald Grätz, Leiter des Goethe-Instituts Lissabon,Nele Hertling, Präsidentin des Deutsch-Französischen Kulturrates.

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

„Musikwelten aus Palästina“

21. Februar 2008, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Ein Themenabend im Goethe-Forum mit Film (19.00 Uhr), Musik, Kulinarik & Diskussion – und live auf Bayern4Klassik (21.03 – 22.00 Uhr)

Partner: Bayern 4 Klassik, neue musikzeitung, Schauspielhaus Salzburg, die Goethe-Institute in Jerusalem und Ramallah und die Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe, München

In Palästina sind Kunst und Kulturbetrieb seit Jahrzehnten von Vertreibung, Flucht, Widerstand und Besetzung geprägt. Dennoch gibt es sie – und vielfältiger, als hierzulande vermutet. Der Contrapunkt-Abend begibt sich auf Spurensuche vor allem in der Musik. Welche Bedeutung hat sie in Palästina vor und nach 1948 ?

Ist sie Unterhaltungsprodukt oder Grundwert? Wie ist sie institutionalisiert? Welche Traditionen gibt es und welche Werte und Worte vermitteln sie? Wie steht es um musische Bildung in den besetzten Gebieten? Was bewirken internationale Förderprojekte vor Ort? Wie erfahren sich palästinensische Künstler in Westeuropa?

Welches Potenzial bieten Musik und Kultur für einen neuen Anfang in der Region?

Es diskutieren:
Samir Odeh-Tamimi (Komponist), Yuval Shaked (Komponist und Musikologe), Anne-Mareike Vohn (Klarinettistin)

Musik:
Walid El-Wanni, Oud

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

Aserbaidschan – ein „Land des Feuers“

30. Oktober 2008, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Ein Themenabend im Goethe-Forum mit Film (19.00 Uhr), Musik, Kulinarik & Diskussion – und live auf Bayern4Klassik (21.03 – 22.00 Uhr)

Partner: Bayern 4 Klassik, neue musikzeitung, Schauspielhaus Salzburg und das Koordinationszentrum für Aserbaidschaner in Deutschland

Aserbaidschan ist ein „Land des Feuers“ - wie der Landesname übersetzt lautet. Schon seit dem Mittelalter wird hier Erdöl gefördert und gehandelt. Seit 17 Jahren ist Aserbaidschan selbständig und unternimmt Schritte in Richtung Demokratie und in Richtung Europa. Nach dem Zerfall der Sowjetunion ist der Südkaukasus zu einem Spielball Russlands und der USA geworden, und der russisch-georgische Konflikt rückt die Region derzeit ins Visier der Weltpolitik. Dabei geht es um die Sicherung von Transportwegen für Militär, Öl und Gas. Die Vielfalt und der Facettenreichtum des Lebens vor Ort ist hierzulande hingegen nur wenig bekannt. Gelegen zwischen den großen Imperien Russland, Persien und dem Osmanischem Reich, hat Aserbaidschan im 20. Jahrhundert nach eigenen Wegen gesucht,

um sich wirtschaftlich und kulturell zu entwickeln. Mit einem Kulturjahr in Deutschland präsentiert sich das Land am Kaspischen Meer derzeit erstmals sehr umfassend in Mitteleuropa.

Unser „contrapunkt“- Abend begibt sich auf Spurensuche und fragt nach Musik, Kultur und Gesellschaft, nach Traditionen und Alltag in einem islamisch geprägten Land auf dem Weg in die Demokratie.

Es diskutieren:
Prof. Eva Maria Auch, Historikerin; Khadija Zeynalova, Komponistin und Musikwissenschaftlerin und Ingo Petz, Autor und Journalist

Musik: Mugam-Trio
Arsu Aliyeva - Chanende
Hasanov Rüfat -Tar
Mehri Asadullayeva - Kamantscha

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

Zwischen Orient und Okzident – Algerische Perspektiven

23. April 2009, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Ein Themenabend im Goethe-Forum mit Film (19.00 Uhr), Musik, Kulinarik & Diskussion – und live auf Bayern4Klassik (21.03 – 22.00 Uhr)

In Zusammenarbeit mit Bayern 4 Klassik, neue musikzeitung und dem Goethe-Institut Algerien.

Algerien steht vor einer Entscheidung - nicht nur, was den nächsten Präsidenten betrifft. Zentral für die weitere Entwicklung des Landes ist es, welchen Weg es zwischen Globalisierung und Tradition wählt. Die Herausforderungen, vor denen das flächenmäßig größte Land Nordafrikas steht, um Islam, Demokratie und gesellschaftlichen Fortschritt auf friedliche Art zu verbinden, sind groß. Seit dem ebenso hoffnungsreichen wie blutigen Unabhängigkeitskrieg gegen Frankreich vor fünfzig Jahren ringt das ölreiche Mittelmeerland um seine Identität. 70 Prozent der Bevölkerung sind heute jünger als dreißig Jahre. Die Jugend, die nach Ausbildung und Chancen in der eigenen Gesellschaft sucht, findet diese allzu oft nur im Ausland. In der Hauptstadt träumt man von einer U-Bahn, um dem täglichen Verkehrschaos Einhalt zu gebieten. Gleichzeitig haben traditionelle Werte Hochkonjunktur. Der contrapunkt-Themenabend beleuchtet die Perspektiven der algerischen Gesellschaft am Beispiel der Jugend und ihrer Musik.

Es diskutieren: Miriam Shabafrouz, Sozialwissenschaftlerin; Stefan Weidner, Autor und Islamwissenschaftler und der algerische Musiker und Sänger Momo Djender.

Live-Musik mit der deutsch-arabischen Gruppe DIWAN: Hans Lüdemann (Piano), Rhani Krija (Percussion), Daniel Schroeteler (Schlagzeug) und Momo Djender.

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

Seifenopern statt engagierter Kultur– Italienische Entwicklungen

29. Oktober 2009, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Ein Themenabend im Goethe-Forum mit Film (19.00 Uhr), Musik, Kulinarik & Diskussion – und live auf Bayern4Klassik (21.03 – 22.00 Uhr)

In Zusammenarbeit mit BR-Klassik, der neuen musikzeitung und dem Circolo Cento Fiori e.V., München.

Italien werde im Vergleich zu anderen Ländern kulturell abstürzen, warnte der Dirigent Riccardo Muti schon 2005, als die damalige Regierung Berlusconi die Zuschüsse im Opernbereich um 20 Prozent kürzte. “Musik ist Nahrung für die Seele, ohne Kultur hat das Land keine Zukunft“, sagte der 64-Jährige. Im Juli 2009 protestierten hunderte Schauspieler, Musiker und Regisseure in Rom erneut gegen Kürzungen der Regierung Berlusconi im Kulturbereich. Die Kürzung von 130 Millionen Euro gefährde die Zukunft der Filmproduktion und vieler Theater, betonten die Demonstranten bei einer Kundgebung vor dem Regierungssitz.

Dem Protest schlossen sich namhafte Regisseure sowie der Dramaturg und Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo an. "Es ist skandalös, dass der Staat die Finanzierungen für Kultur und Forschung derart reduziert", sagte Fo. Die Filmproduzenten drohten sogar mit einem Boykott des Filmfestivals von Venedig im September als Aktion gegen die Regierung Berlusconi. Diese hatte für dieses Jahr eine zusätzliche Finanzierung im Wert von 200 Mio Euro für Filmproduktionen versprochen, aber später einen Rückzieher gemacht.

Das kulturelle Klima in Italien schlägt um. Der Rückzug des Staates aus der Grundversorgung mit Bildung, Kunst und Kultur geht einher mit einem drastisch wachsenden Einfluss privater Medien auf Öffentlichkeit und Politik.

++contrapunkt++ fragt nach, wie sich im Land von Dante, Michelangelo, Verdi und Nono mündige Bürger dem Kulturverfall entgegen zu stemmen versuchen. Welche Spielräume, welche Gegenentwürfe gibt es? Wie steht es um den italienisch-deutschen Kulturaustausch? Und wie steht es im Land des Belcanto eigentlich jenseits der politischen Kapriolen um die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Musik ?

Es diskutieren: Friederike Hausmann, Historikerin und Autorin
Petra Reski, Journalistin und Schriftstellerin
Luca Lombardi, Komponist und Schriftsteller

Live-Musik: Fabio Romano, Piano

Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

Finnland–Waldgeister im Hightechland?

27. Mai 2010, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Ein Themenabend im Goethe-Forum mit Film (19.00 Uhr), Musik, Kulinarik & Diskussion – und live auf BRKlassik (21.03 – 22.00 Uhr)

Eine Kooperation vom Bayerischen Rundfunk und dem Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit der Finnischen Botschaft Berlin, dem Finnischen Honorarkonsul in München und dem Goethe-Institut Finnland

Land der Mittsommer-Sonne, der tausend Seen und der Elche am Stadtrand, aber auch die Heimat von Nokia und der laut PISA im Lesen begabtesten Schüler.

In einem Programm mit Film (19.00 Uhr), Musik und Diskussion begeben sich die Gäste auf Spurensuche vor allem in der Musik. Erik Söderblom, Leiter des Helsinki Festivals wird zur Bedeutung und der Tradition der Musik in Finnland Auskunft geben. Bildungsexpertin Petra Linderoos wird sich mit der allgemeinen kultur- und gesellschaftspolitischen Situation und Bildung auseinandersetzen. Fragen zu Geschichte und Zeitgeschehen Finnlands wird Hannes Saarinen, Professor für Geschichte an der Universität Helsinki und Experte für finnisch-deutsche Beziehungen beantworten.

Die Moderation des Abends übernehmen Theo Geißler (neue musikzeitung) und Frank Kämpfer (Deutschlandfunk), für den musikalischen Part sorgt der Gitarrist Kalle Kalima. Die Podiumsdiskussion wird live auf BR-Klassik übertragen (21.03 – 22 Uhr).

Vietnam–Zwischen Marx und Money

25. November 2010, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Ein Themenabend im Goethe-Forum mit Film (19.00 Uhr), Musik, Kulinarik & Diskussion – und live auf BRKlassik (21.03 – 22.00 Uhr)

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut in Vietnam.

Vietnam, ein Land vielfältiger Assoziationen. Für die einen tauchen nach wie vor Bilder des Krieges auf, die das politische Bewusstsein stark geprägt haben.

Für die nach 68 Geborenen stellt sich das Land ganz anders dar. Es zeigt sich eine junge Bevölkerung, voller Ambitionen nach wirtschaftlichem Aufschwung.

Der Wandel von Marx zu Money ist in vollem Gange. Mit Honda und Handy hat sich der Staat auf die Marktwirtschaft eingelassen. In den vergangenen Jahren hat sich Vietnam zu einer Exportnation entwickelt und den meisten seiner Nachbarn den Rang abgelaufen. Die Rohstoffe des Landes sind auf der ganzen Welt gefragt. Denn Vietnam verfügt über reiche Öl- und Gasvorkommen. Die Kehrseite der Medaille ist die große Schere zwischen Arm und Reich – wie ist das zu erklären in einem sozialistischen Land, das Gleichheit proklamiert?

90.000 Vietnamesen leben heute in Deutschland, sie gelten als die erfolgreichsten Zuwanderer – trotz schlechter Voraussetzungen, denn sie kamen als Flüchtlinge in den Westen oder als Vertragsarbeiter in die DDR. Lernen gilt viel in der Kultur Vietnams, daher schaffen die Hälfte aller Kinder vietnamesischer Zuwanderer den Sprung aufs Gymnasium und gelten dort oft als die besten ihres Jahrgangs.

Aus Anlass des 35jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen findet 2010 ein Veranstaltungsjahr „Deutschland in Vietnam“ mit einem vielfältigen Programm statt, das die ganze Bandbreite der bilateralen Beziehungen widerspiegelt.

++contrapunkt++ interessiert sich hier speziell für die Musikprojekte des Deutschlandjahres, wirft aber auch einen Blick auf die Musiktraditionen Vietnams.

Darüber hinaus möchten wir erfahren, welchen Herausforderungen das Land heute gegenübersteht – und welche Zukunft die junge Generation erwartet – sei es in Deutschland oder Vietnam.

Gäste: Jörg Wischermann, Giga Institut für Asien-Studien, Berlin; Bernhard Wulff, Hochschule für Musik, Freiburg; Minh-Khai Phan-Thi, Autorin, Moderatorin und Schauspielerin

Live-Musik: Huong Thanh und Jason Carter

Moderation: Theo Geissler und Eva Schrot

Griechenland –Zwischen Ideal und Wirklichkeit

14. April 2011, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Ein Themenabend im Goethe-Forum mit Film (18.30 Uhr), Musik, Kulinarik & Diskussion – und live auf BR-Klassik (21.03 – 22.00 Uhr)

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Athen und der Palladion-Stiftung München

Vor einem Jahr erreichte der Streit über europäische und damit auch deutsche Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland seinen Höhepunkt und belastete, auch angesichts der Medienberichterstattung, zunehmend die politischen Beziehungen beider Länder.

Wie konnte es soweit kommen – zeigt sich hier vielleicht auch eine enttäuschte Liebe zur Wiege Europas und der Demokratie? Es handelt sich schließlich um eine Zuneigung, die viele Jahrhunderte zurückreicht. Goethe, Schiller und Hölderlin sahen ihr Idealbild in der griechischen Antike und schon Martin Luther war begeistert vom antiken Hellas. Aber das reale Griechenland und das philhellenisch-virtuelle sind zwei Welten, die nicht zueinander finden.

Heute leben ca. 370.000 Griechen in Deutschland, viele haben hier studiert oder eine Berufsausbildung absolviert. Fast eine Millionen Griechen, d. h. ein Zehntel der griechischen Bevölkerung, hat eine Zeit in Deutschland verbracht, viele kamen in den 60erJahren als Gastarbeiter zu uns. Und in keinem anderen Land nimmt das Goethe-Institut so viele Sprachprüfungen ab wie in Griechenland. Wie kommt das?

Über diese Fragen und wie immer auch über das Thema Musik, Musiktraditionen und die heutige Musikszene in Griechenland wollen wir mit unseren Gästen sprechen. Was lässt sich neben den gängigen Klischees von Alexis Sorbas, Sirtaki und Bouzouki noch entdecken?

Im Gespräch: Minas Borboudakis, Komponist und Pianist, Chryssoula Kambas, Germanistin und Soziologin, Alexandros Stefanidis, Autor und Journalist

Live-Musik: Jorgos Psirakis (Saxophon) und Konstantinos Athanasakos (Klavier)

Film: „Katharsis Now! - Kunst und Politik in Hellas“ (45 min, 2010), Regina Strassegger (Regie)

Moderation: Theo Geissler und Eva Schrot

Indien –Unendliche Möglichkeiten

24. November 2010, ab 19.00 Uhr
München, Goethe-Forum

Ein Themenabend im Goethe-Forum mit Film (19.00 Uhr), Musik, Kulinarik & Diskussion – und live auf BR-Klassik (21.03 – 22.00 Uhr)

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut/Max Mueller Bhavan New-Delhi und dem Indien-Institut, München.

Im vergangenen August ähnelten Bilder aus Indien denen vom „arabischen Frühling“: Großdemonstrationen gegen die Regierung in den Straßen der Metropolen. Man sprach bereits von Indiens zweitem Unabhängigkeitskampf – ausgelöst vom Hungerstreik eines Anti-Korruptions-Aktivisten.
Eine neue indische Mittelklasse, die sich in den letzten 20 Jahren entwickelt hat, fürchtet um ihren Status. Zorn über die Korruption treibt sie an. Ihnen ist bewusst, dass diese ein Land in vielen Bereichen wirtschaftlich und politisch zurückwerfen kann. Seit Beginn der 90er Jahre entwickelte sich die größte Demokratie der Welt zur drittgrößten Wirtschaftsmacht Asiens.

Aus Anlass des 60-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Indien findet noch bis Ende 2012 das Deutschlandjahr in Indien statt, das in sieben Metropolen Veranstaltungen aus Kultur, Bildung, Forschung, Wirtschaft und Politik präsentieren wird.

++ contrapunkt++ interessiert sich hier speziell für die Musikprojekte des Deutschlandjahres, wirft aber auch einen Blick auf die Musiktraditionen Indiens.++ Auch der bekannte Dichter Rabindrantath Tagore steht im Fokus, der erste außerhalb des westlichen Kulturkreises, der 1913 den Literaturnobelpreis erhielt und dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

Gäste:
Bernd Franke, Komponist
Debarati Guha, Journalistin
Hans Harder, Indologe

Live-Musik: Subroto Roy Chowdhury – Sitar Arup Sengupta – Tabla Herbert Lang - Mridangam / Kanjira Saikat Bhattacharya - Gesang

Moderation: Theo Geissler und Eva Schrot

 
 
contrapunkt-start ::: email ::: feedback :::
© 2002 neue musikzeitung