20 – Keine Ahnung von Albanien?

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Jun 172004
 
Flagge von Albanien

Flagge von Albanien

17. Juni 2004– Schauspielhaus Salzburg, Saal
Moderation: Theo Geißler und Frank Kämpfer
Regie: Werner Bleisteiner – Recherche: Eva Schrot – Redaktion: Wolf Loeckle

„Laßt Albanien nicht Selbstmord verüben!“ – überschrieb der in Paris lebende albanische Schriftsteller Ismail Kadaré 1997 einen in der französischen Tageszeitung „Le Monde“ erschienenen Aufruf an die Weltgemeinschaft. In der Tat: Das kleine Balkanland – es ist gerade einmal so groß wie Baden-Württemberg – hat seit dem Zusammenbruch des Ostblocks 1990 kaum Fortschritte gemacht. Eher im Gegenteil. Kadarés Aufruf, sein Geburtsland nicht im Chaos versinken zu lassen, ist aktueller denn je: Albanien ist gelähmt zwischen Anarchie, Korruption und Kriminalität und hat längst den zweifelhaften Ruf, das „Armenhaus“ Europas zu sein. Dennoch soll Albanien dereinst Mitglied der Europäischen Union werden. Doch wann das sein wird, weiß niemand. Erstaunlich für ein Land, das vor 15 Jahren noch zu den am strengsten isolierten Ländern der Welt gehörte und das sich sogar gegenüber seinen „Bruderstaaten“ Sowjetunion und China fast komplett abgeschottet hatte.

Doch solange der gesamte Balkan nicht zur Ruhe kommt, stehen auch Albaniens Chancen für eine nachhaltige Entwicklung eher schlecht. Und so verwundert es auch nicht, dass Albanien von unserer Warte aus betrachtet auch kulturell als weißer Fleck erscheint. Doch eines hat das Ende des sozialistischen Regimes auf jeden Fall gebracht: Eine Wiederbelebung der Kulturszene. Mit spärlichen Mitteln sucht die Hauptstadt Tirana beispielsweise mit dem alljährlichen Festival „Tiraner Herbst“ Anschluss an die internationale Musikszene. Continue reading »