16 – Russland – Deutschland. Klischee ./. Wahrheit

contrapunkt 16 - Das Podium
contrapunkt 16 - Das Podium

23. Oktober 2003 – Bayerischer Bahnhof Leipzig
Moderation: Theo Geißler & Frank Kämpfer
Regie: Bleisteiner/Lieberwirth – Redaktion: Wolf Loeckle

„Kalinka“, Iwan Rebrows Lieder und Tschaikowskijs „Schwanensee“ – ist das alles, was man in Deutschland über die russische Musikkultur weiß? Natürlich nicht. Aber diese Klischees sind es, die vielen zuerst in den Sinn kommen. Umgekehrt ist es ebenso. Den Russen fallen nicht Bach oder Beethoven ein, wenn sie an deutsche Musik denken, sondern „Rosamunde“ und andere Soldatenlieder, begleitet von  Klängen der Mundharmonika.

Alle Russen trinken Wodka und werfen die Gläser an die Wand  – alle Deutschen tragen Lederhosen und essen Eisbein mit Sauerkraut. Woher stammen die Klischees und wie entstehen sie? Sind sie ein Zeichen von Vorurteilen oder ein Ausdruck von Sympathie? Was bewirken Klischees in der Musik? Sind sie schädlich für die Beziehungen oder bringen sie die Menschen näher? (mehr …)

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15 – Weimarer Dreieck. Kraftfeld ./. Achse

Am Ende des vergangenen Jahrhunderts, genau vor zwölf Jahren, trafen die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens in der schönen Stadt Weimar eine Verabredung. Zu einer Zeit, als die Erweiterung der Europäischen Union nicht mehr als eine politische Idee war, gründeten sie das Weimarer Dreieck. Die drei Ländern wollten im europäischen Vereinigungsprozess eine zentrale Rolle übernehmen. Wegweisend wollten sie besonders in der Jugendbildung oder auf kulturellem Gebiet zusammenarbeiten. Was ist aus dieser Verabredung geworden?

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14 – Popmusik: Revolte ./. Mode

Revolte, Aufbegehren und Subversion waren daher einmal ausdrückliche Bestandteile der Popkultur, die von den Twens getragen wurde und in Ost wie West gegen das Eingefahrene der bürgerlichen Kälte anging. Nun ist auch diese Musik größtenteils zur Mode assimiliert und dient damit immer mehr der gesellschaftlichen Ein- und Zurichtung der Teens zu braven Konsumenten. Wen rockt heute noch der Pop.

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13 – 68er-Musik : Einmarsch ./. Sit-In

1968 war nicht nur ein Höhepunkt der Studentenbewegung sondern auch der Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in Prag. In Ost und West suchte man nach einem Sozialismus mit menschlichem Antlitz. Die einen saßen es aus, andere sahen zu und wieder andere machten Aktion. Das gespaltene Deutschland hat mit den Daten 1953 (Aufstand in Berlin), 1956 (Ungarn-Aufstand) verschiedene Erfahrungen gemacht. Hat sich 1989 das Verhalten von Machern und Aussitzern wiederholt und die Linke ins Büßerhemd – wie Lothar Baier es nannte – abdrängen lassen? Was wurde aus den musikalischen Intellektuellen? Aufstand, Zustand, Querstand, nachholende Revolution – was lässt sich aus der (musikalischen) Geschichte lernen?

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12 – Frauenmusik: Herd ./. Pult

Die Emanzipation der Frau in Ost uns West scheint in allen künstlerischen Bereichen abgeschlossen, die Gleichberechtigung vollzogen. Trotzdem existieren Vorurteile, deren Ursachen bis ins Mittelalter zurückreichen. Vorurteile prägen eine Rollenverteilung in allen gesellschaftlichen Systemen. Besonders in der Musik gab und gibt es immer wieder Phasen zwischen Anerkennung und Verleumdung weiblicher Kreativität.

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11 – Musikkabarett: heimlich ./. unheimlich

Musik ist für die Politik sowieso schon unheimlich. Ganz schwierig wird es jedoch, wenn sich Musik mit dem Kabarett paart. Musik- und Wortwitz schlagen manchmal derartig unvorhersehbare Haken, erwecken Assoziationen, die man so oder so nehmen oder hören kann: War dies ein Scherz oder ist es doch Kritik. Im geteilten Deutschland waren die Funktionen und Auswirkungen des Musikkabaretts, ja nach politischem Leitstern verschieden. Verbieten, ignorieren, drüber lachen oder ist das alles sowieso nur musikalischer Fasching – was tun?

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10 – Musiksponsering: Plankultur ./. Marktkultur

Wie man es auch dreht, meistens fehlt eines von beidem: Der westlichen Marktkultur fehlte es an visionären und langfristigen „Plänen“ und der östlichen Plankultur fehlte es häufig an „Kultur“. Kultur, wie auch immer, erscheint kaum mehr als eine in der Gesellschaft verankerte Form menschlicher Selbstbestimmung. Kultureller Dirigismus von oben oder mehr oder weniger fadenscheiniges Engagement privatwirtschaftlicher Unternehmer führen, wie man deutlich spürt, zur Isolierung kultureller Prozesse. 1989 schien einmal ein anderer Weg offen. Kultur von unten ist heute jedoch offenbar ganz unten. Musikkultur von Staats wegen oder des Geldes halber?

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09 – Kindermusik: Pumuckl ./. Pittiplatsch

contrapunkt 9 - kindermusik

17. Dezember 2002 – Goethe-Forum München
Moderation: Manfred Wagenbreth & Theo Geißler
Regie: Hufner/Lieberwirth; Redaktion: Wolf Loeckle

„Ihr Kinderlein kommet, so kommet doch all“, so schallt es allweihnachtlich in deutschen Kinderstuben. Nicht weniger frohlockend klingt es den Kindern aus Ost und West entgegen, wenn spezielle Liedermacher Musik für Kinder machen.

Handelt es sich bei dieser Kinder-Musik um ein hamelndes Rattenfangen mit lieblichen Flötentönen – oder gar um Anpassungsmusik für kindliche Fantasie an entsprechende gesellschaftliche Notwendigkeiten? Wo und wie ist Kindermusik möglich? Ist „Bro’Sis“ und „No Angels“ noch etwas entgegen zu setzen, nicht nur zur Weihnachtszeit? 

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08 – Jazz: Free ./. Frei

Das musikalische Genre des „Jazz“ ist ideologisch eigentlich unverdächtig. Jazz gibt es in vielen Facetten rund um den Globus. Gleichzeitig steht „Jazz“ von Anbeginn für Aufbegehren. 1925 schrieb schon Paul Stefan in den „Musikblättern des Anbruch“, man sei sich einig, „dass dieses böse Etwas, Jazz, der Anfang einer Revolution sein kann.“ Jazz als Revolution war jedoch in den beiden deutschen Staaten unterschiedlich mit Sinn aufgeladen.

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07 – Musikland Deutschland: Hochkultur ./. Tiefkultur

Fast einen Monat nach der Bundestagswahl ist auch eine gute Zeit, sich mit der Zukunft des "Musiklandes Deutschland" auseinander zu setzen. Auf welchem Weg befindet sich das angeblich kulturelle Hochleistungsland Deutschland, sind in der Entwicklung unserer Musiklandschaft, zwölf Jahre nach der Wiedervereinigung, noch Perspektiven zu erkennen?

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