MDR-Kultur

18 – Regionales Musiktheater: Kulturauftrag ./. Sparzwang

Theater in Deutschland – vor allem auch jene in den kleineren Städten - sind nicht bloße Verschiebemasse; auf Gedeih und Verderb dem Wohlwollen der Finanzpolitiker ausgeliefert, sondern sie haben in erster Linie auch einen wichtige gesellschaftliche Funktionen zu erfüllen; den Bewohnern abseits der großen Zentren musikkulturelle Bildung nahe bringen, dem Nachwuchs Chancen geben, und vor allem auch Experimentierfeld für neue ästhetische Entwicklungen sein. Wird das auch noch künftig möglich sein?

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17 – Kirchenmusik: Andacht ./. Ohnmacht

Die Weihnachtszeit naht. So mancher besinnt sich auf seinen Glauben und betritt nach elfmonatiger Pause wieder einen Kirchenraum, oft auch wegen des christlichen Liedgutes der Schneeflockenzeit. Vermag die Kirchenmusik der zunehmenden Säkularisierung entgegen zu wirken oder ist sie nur erbauliches Beiwerk im Kirchenalltag? Was ist aus der Bedeutung der Kirche geworden, die sie zu Zeiten hatte, als sie im Osten Deutschlands noch einen Freiraum für ausgegrenzte Musiker bot? Kann die Musica Sacra im Spannungsfeld zwischen traditionellem Repertoire und erneuerten Formen die christliche Botschaft im Gottesdienst nachhaltig vermitteln?

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16 – Russland – Deutschland. Klischee ./. Wahrheit

contrapunkt 16 - Das Podium
contrapunkt 16 - Das Podium

23. Oktober 2003 – Bayerischer Bahnhof Leipzig
Moderation: Theo Geißler & Frank Kämpfer
Regie: Bleisteiner/Lieberwirth – Redaktion: Wolf Loeckle

„Kalinka“, Iwan Rebrows Lieder und Tschaikowskijs „Schwanensee“ – ist das alles, was man in Deutschland über die russische Musikkultur weiß? Natürlich nicht. Aber diese Klischees sind es, die vielen zuerst in den Sinn kommen. Umgekehrt ist es ebenso. Den Russen fallen nicht Bach oder Beethoven ein, wenn sie an deutsche Musik denken, sondern „Rosamunde“ und andere Soldatenlieder, begleitet von  Klängen der Mundharmonika.

Alle Russen trinken Wodka und werfen die Gläser an die Wand  – alle Deutschen tragen Lederhosen und essen Eisbein mit Sauerkraut. Woher stammen die Klischees und wie entstehen sie? Sind sie ein Zeichen von Vorurteilen oder ein Ausdruck von Sympathie? Was bewirken Klischees in der Musik? Sind sie schädlich für die Beziehungen oder bringen sie die Menschen näher? (mehr …)

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15 – Weimarer Dreieck. Kraftfeld ./. Achse

Am Ende des vergangenen Jahrhunderts, genau vor zwölf Jahren, trafen die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens in der schönen Stadt Weimar eine Verabredung. Zu einer Zeit, als die Erweiterung der Europäischen Union nicht mehr als eine politische Idee war, gründeten sie das Weimarer Dreieck. Die drei Ländern wollten im europäischen Vereinigungsprozess eine zentrale Rolle übernehmen. Wegweisend wollten sie besonders in der Jugendbildung oder auf kulturellem Gebiet zusammenarbeiten. Was ist aus dieser Verabredung geworden?

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14 – Popmusik: Revolte ./. Mode

Revolte, Aufbegehren und Subversion waren daher einmal ausdrückliche Bestandteile der Popkultur, die von den Twens getragen wurde und in Ost wie West gegen das Eingefahrene der bürgerlichen Kälte anging. Nun ist auch diese Musik größtenteils zur Mode assimiliert und dient damit immer mehr der gesellschaftlichen Ein- und Zurichtung der Teens zu braven Konsumenten. Wen rockt heute noch der Pop.

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12 – Frauenmusik: Herd ./. Pult

Die Emanzipation der Frau in Ost uns West scheint in allen künstlerischen Bereichen abgeschlossen, die Gleichberechtigung vollzogen. Trotzdem existieren Vorurteile, deren Ursachen bis ins Mittelalter zurückreichen. Vorurteile prägen eine Rollenverteilung in allen gesellschaftlichen Systemen. Besonders in der Musik gab und gibt es immer wieder Phasen zwischen Anerkennung und Verleumdung weiblicher Kreativität.

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11 – Musikkabarett: heimlich ./. unheimlich

Musik ist für die Politik sowieso schon unheimlich. Ganz schwierig wird es jedoch, wenn sich Musik mit dem Kabarett paart. Musik- und Wortwitz schlagen manchmal derartig unvorhersehbare Haken, erwecken Assoziationen, die man so oder so nehmen oder hören kann: War dies ein Scherz oder ist es doch Kritik. Im geteilten Deutschland waren die Funktionen und Auswirkungen des Musikkabaretts, ja nach politischem Leitstern verschieden. Verbieten, ignorieren, drüber lachen oder ist das alles sowieso nur musikalischer Fasching – was tun?

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10 – Musiksponsering: Plankultur ./. Marktkultur

Wie man es auch dreht, meistens fehlt eines von beidem: Der westlichen Marktkultur fehlte es an visionären und langfristigen „Plänen“ und der östlichen Plankultur fehlte es häufig an „Kultur“. Kultur, wie auch immer, erscheint kaum mehr als eine in der Gesellschaft verankerte Form menschlicher Selbstbestimmung. Kultureller Dirigismus von oben oder mehr oder weniger fadenscheiniges Engagement privatwirtschaftlicher Unternehmer führen, wie man deutlich spürt, zur Isolierung kultureller Prozesse. 1989 schien einmal ein anderer Weg offen. Kultur von unten ist heute jedoch offenbar ganz unten. Musikkultur von Staats wegen oder des Geldes halber?

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09 – Kindermusik: Pumuckl ./. Pittiplatsch

contrapunkt 9 - kindermusik

17. Dezember 2002 – Goethe-Forum München
Moderation: Manfred Wagenbreth & Theo Geißler
Regie: Hufner/Lieberwirth; Redaktion: Wolf Loeckle

„Ihr Kinderlein kommet, so kommet doch all“, so schallt es allweihnachtlich in deutschen Kinderstuben. Nicht weniger frohlockend klingt es den Kindern aus Ost und West entgegen, wenn spezielle Liedermacher Musik für Kinder machen.

Handelt es sich bei dieser Kinder-Musik um ein hamelndes Rattenfangen mit lieblichen Flötentönen – oder gar um Anpassungsmusik für kindliche Fantasie an entsprechende gesellschaftliche Notwendigkeiten? Wo und wie ist Kindermusik möglich? Ist „Bro’Sis“ und „No Angels“ noch etwas entgegen zu setzen, nicht nur zur Weihnachtszeit? 

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